Lippetalschule bildet Schüler zu Medienscouts aus

Medienscouts

Im Bürgersaal von Haus Biele lassen sich Schüler der Lippetalschule zu Medien-Scouts ausbilden. Im Stuhlkreis diskutieren sie mit den Experten Kornelia Witt und Burkhard Pukrop. – Foto: Dülberg

Lippetal – Facebook, Whatsapp und Instagram gehören für die Schüler der Lippetalschule zum Alltag. Wo es erlaubt ist, nutzen sie die sozialen Netzwerke, um die neuesten Informationen und Erlebnisse auszutauschen. In einem dreitägigen Präventions-Projekt bilden sich nun 16 Neuntklässler zu Medienscouts fort. Sie sollen das erworbene Wissen über das Internet und seine Gefahren an jüngere Schüler weiter geben.
„Wir haben sehr viel darüber gelernt, worauf man im Internet achten soll. Zum Beispiel auf Datenschutz, persönliche Rechte und Mobbing und was die Konsequenzen sein können“, sagt die 15-jährige Projektteilnehmerin Maria Vester. Pia Einhoff (15) ergänzt: „Ich finde die Medienscouts gut, da man als Schüler jüngere Mitschüler viel besser erreicht als die Lehrer und es auch wichtig ist, die Erfahrungen weiter zu geben.“ Und Kyra Susanne Vogt meint: „Mir machen diese drei Tage Ausbildung sehr viel Spaß. Außerdem lerne ich immer mehr dazu, mich im Internet zu schützen und welche Gefahren hier lauern.“
Wann wird die Grenze zur Beleidigung überschritten, wann werden beim Teilen von Fotos oder Texten Urheberrechte oder Persönlichkeitsrechte verletzt? Darüber sollen gerade die jungen Nutzer Bescheid wissen. Das Team Sozialpädagogen mit Silke Feldmann und die Lehrerin Verena Brauner haben deshalb das Projekt „Medienscouts“ an der Gesamtschule ins Leben gerufen. Die 16 Schüler, die nun mitmachen, haben sich alle freiwillig gemeldet.
Feldmann und Brauner begleiten jetzt auch das Projekt im Bürgersaal von Haus Biele. Als Referenten zu den Themen Datenschutz, Privatsphäre, Social-Communities und Cyber-Mobbing haben sie Kornelia Witt vom Gesundheitsamt des Kreises Soest und Kommissar Burkhard Pukrop von der Abteilung Kriminalprävention der Kreispolizei gewonnen.
Pukrop beschäftigt sich seit einigen Jahren unter anderem mit den Themen Gewalt, Sucht und Sicherheit im Medienalltag. Er vermittelte den Kursteilnehmern diesmal pädagogisch, wie man beim Chatten und Posten weniger schnell zum „Opfer“ wird. Und auch, wie man verhindern kann, durch Unwissenheit zum Täter zu werden. Er klärte auch über die Konsequenzen wie Strafbefehle, Schadensersatz und Schmerzensgeld auf.
Nach der Qualifizierung werden sich die neuen Medien-Scouts regelmäßig treffen, um Erfahrungen auszutauschen.
Später sollen sie besonders in den sechsten Klassen der Schule eingesetzt werden, um dort ihre erworbene Medienkompetenz zu vermitteln. Denn die Organisatoren gehen davon aus, dass Schüler leichter Zugang zueinander finden und den Rat ihrer Mitschüler eher akzeptieren, als den erhobenen Zeigefinger ihrer Lehrer. – dümi